Food, Japan

1. Nacht in Japan

Ja, geschafft! Und irgendwie ist es immer noch nicht bei mir angekommen, dass ich jetzt endlich endlich tatsächlich in Japan bin – gleich für ein halbes Jahr!

Nun, den ersten Eindruck von Osaka hab ich jedenfalls im Dunkeln bekommen – um sechs isses hier nämlich schon zapfenduster. Aber eine schöne Skyline haben die hier aufzuweisen. Wenn auch nicht ganz so schön wie Dubai…aber mal lieber der Reihe nach.

Also 16.September war Abflug-Tag in Frankfurt. Nachdem ich – Gott sei’s gedankt – am 15. noch in München rasch mein Visum abgeholt und dann den Rest des Tages mit meinem Schatz im Zoo verbracht hab, ging es also endlich los. Wir also morgen bei so Regen los gefahren nach Frankfurt. Sogar ohne richtigen Stau angekommen. Dort haben wir dann noch was gegessen und ich war sehr begeistert, hier gab’s vegane Pizza – nommnommnomm!

Dann nach langem Verabschieden (ich hasse Verabschiedungen ja, kann es aber auch nicht lassen), bin ich durch die Kontrolle. Das war leicht gruselig. Jetzt geht man nicht einfach mehr durch einen Türrahmen, um gescannt zu werden, nein. Es war eine Art runde Litfaßsäule aus Glas, an zwei Seiten offen zum Durchgehen. Am Boden zwei gelbe Fußabdrücke, auf die man sich genau stellen musste. Dann beide Arme hoch und die Hände dürfen sich nicht berühren – genau, die klassische Hände-hoch-Pose. So bitte stehen bleiben und dann weitergehen. Mir war das irgendwie unangenehm…dafür durfte ich meinen Stoppt-Tierversuche-Button am Rucksack behalten.

Von Frankfurt ging es dann mit Emirates nach Dubai, wo ich nach drei Stunden Aufenthalt wieder mit Emirates weiter nach Osaka fliegen sollte. Das erste Flugzeug nach Dubai war ein riesen Ding! So etwas geräumiges hab ich noch nie gesehen. Sogar zwei Etagen, oben First Class und Economy. Wer klug ist, kann vor Flugbeginn im Internet sein Essen auswählen – hab ich natürlich erst während des Fluges erfahren. Trotzdem trieb die Crew mir dann doch echt noch eine vegane Portion auf und buchte gleich für alle meine restlichen Flüge mit Emirates veganes Essen für mich – echt nett!

Sonst verlief der Flug echt ruhig, ich hatte nicht das Gefühl, mein Hirn bewegt sich in entgegengesetzte Richtung zu meinem Kopf, das kann aber auch am Wetter liegen. Dann kamen wir in Dubai an. Die haben da ja wohl echt günstig Strom. Die Stadt ist nämlich ein Kunstwerk aus der Luft und ein bewusstes wohl auch. Da waren Herzen und Schneemänner und Blumen und was weiß ich noch alles aus Laternen mitten in Parks aufgestellt. Und zwar so groß, ich bin mir sicher, die konnte man nur aus der Luft sehen!

Dann kam der gefühlt längste Teil der Reise, die drei Stunden warten auf Weiterreise. In der nächsten kleineren Maschine nach Osaka saß ich neben einem älterem japanischen Herrn und der hatte sich doch tatsächlich Schuhe und Socken ausgezogen und saß dann da einfach mal barfuß…sie waren immerhin einigermaßen sauber. HIer gab es wieder sehr sehr leckeres veganes Bordessen. Da ich als einzige Sonderwurst (haha – Veganerin ist Sonderwurst) war, bekam ich auch immer bestimmt zehn Minuten vor allen anderen mein Essen. Wir waren gerade eine Stunde in der Luft, also in Dubai Ortszeit 4.00Uhr und in Japan 8.00Uhr, gab es das erste Essen. Um 14.00Uhr japanischer Zeit dann Frühstück. Zumindest nannten sie es so…Für mich gab es beide Male leckeres Gemüse, eine Brotteilchen mit Margarine und dazu einmal Preiselbeeren-Pudding(???) und einmal Obst und Marmelade. Ich war auch sehr begeistert, dass es extra veganen Kaffeeweißer gab, nur für mich! HöHö…

Dann bin ich in Osaka gelandet nach zehn Stunden Flug. Mensch haben die Angst vor Krankheiten. Wenn man sich unwohl fühlt, gleich mal zum Gesundheitscheck. Allen Studenten wurde gleich eine Residence Card ausgestellt, was EWIG dauerte. Dann bin ich noch Geld wechseln gegangen, was irgendwie sehr japanisch war. Erst musste ich einen Wisch ausfüllen, wer ich bin, wo ich wohne und wieviel Geld ich umtauschen möchte. Dann brachte ich das zu einem Mann, der vor dem Wechselschalter stand. Der nahm Geld und Papier an sich und schickte mich zu der daneben stehenden Schlange, nachdem er mir eine Karte mit Nummer gegeben hatte. Mein Geld und das Papier reichte er dann über den Tresen. Ich musste warten, bis ich dran war und dann reichte mir eine Dame, die ebenfalls vor dem Wechselschalter stand, mein gewechseltes Geld und das Papier wieder. Sehr japanisch alles.

Mit dem Bus ging es dann weiter nach Osaka rein. Wie gesagt, um sechs Uhr war es hier zappenduster. Und hey, die sind ja hier alle Rechtslenker, das vergesse ich immer wieder. Vom Bus bin ich dann ins Taxi umgestiegen und das brachte mich dann ins Wohnheim. Meine 14,30 qm haben eigentlich alles, wenn es auch nicht mehr das neueste ist: Bett, Regal, Schreibtisch, Bad mit Duschwanne, Klo und Waschbecken, Kühl-und Gefrierschrank, eine(!) Gasplatte (also wirklich nur eine Platte!) und Waschbecken und, ich bin ganz fasziniert, eine Waschmaschine. Die ist nach oben statt nach vorne hin offen. Mein erstes Wäsche waschen wird interessant!

Dann hab ich noch meinen Koffer ausgeräumt und bin in den 24-Stunden-Laden gleich um die Ecke, zwecks Klopapier und Co. und ein bisschen Essen. Und habe tatsächlich ein richtig leckeres veganes gesunden Essen zusammen gebracht 🙂

Naja, jetzt ist es hier schon ziemlich spät und ich geh jetzt schlafen, morgen wird sicherlich ein sehr spannender Tag!

Liebste Grüße aus Osaka!

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4 Gedanken zu “1. Nacht in Japan

  1. J schreibt:

    eine innere eingebung hat mich erleuchtet, dass du da bald einen blog aufmachen wirst. haha, schmarrn!! hab deinen post mit duggers auf facebook gesehen!! wie machst du denn das mit den schriftzeichen?? kannst du die lesen?? oder gibt es auch europäische

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  2. J schreibt:

    Janu!! du bist jetzt in jaban?? hab schon ewig nix mehr von dir gehört, klingt aber super!! kannst du jetzt jabanisch??
    deine J H (jetzt darfst du raten)

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